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1 Bewertungen - 5 im Durchschnitt   Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren
wefi
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Beitrag: #21
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo Susi

Ich habe soeben deinen interessanten Beitrag mit der stark erwärmten Quarantäne gelesen, um damit Chytrid vorzubeugen.

Ich stelle mir aber noch folgende Fragen:
- wie kann ich wissen, dass die 29 – 32 Grad beim Frosch ankommen
- machst du in dieser Zeit eine Nachtabsenkung
- wie gut vertragen die Tiere diese “Stressbehandlung“
- haben die Frösche eine Wasserschale um sich abzukühlen
- Wie ist das Quarantänebecken im Detail eingerichtet

Ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Ausführungen oder auch links zu diesem Thema.

Mit freundlichen Grüssen Werni

10.09.2010 13:38
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knabber0815
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Beitrag: #22
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Susi schrieb:

Was mich immer am meisten stutzig werden lässt, ist - wie vorher schon geschrieben - die Tatsache, dass zb. ein Züchter 20 Tiere an 5 Leute verkauft - alle aus dem selben Gelege, Aufzuchtsterrarium oder wie auch immer. Bei 4 von diesen 5 Käufern überleben die Tiere, bei einem bricht der Chytrid aus - sind es wirklich nur die unterschiedlichen Haltungsbedingungen?, eine andere Art von Streß?, oder ist es vlelleicht nur eine Kleinigkeit, die wir alle übersehen??? Eigentlich kommen doch die meisten neuen Tiere erst mal in ein Quarantänebecken - also fällt die neue Keim-/Bakterienbelastung doch erstmal weg? Andere Streßbelastung? Warum überleben dann Tiere, die 3 oder mehr Tage unterwegs sind, während andere nicht mal 2 Autostunden überleben?


Genau hier liegt in meinen Augen der Punkt bei dem wir ansetzen müssen, herauszufinden warum das so ist.
Ich glaube auch das ein komplett steriles neues Becken manchmal eher Probleme machen kann als ein olles - hier ist noch nichts vorhanden was abbauen kann, hier herrscht kein Gleichgewicht zwischen "gut" und "böse" Laienhaft ausgedrückt.

Ich bin auch davon überzeugt das sowohl Parasiten als auch diverse gefährliche Krankheitsauslöser auf vielen Tieren zu finden ist, wie wir auch alles Mögliche mit uns rumschleppen. Eine anhäufung von Einflüssen, die wir selbst unter umständen einzeln gar nicht als negativ oder gefährlich einstufen, lösen dann etwas aus und "knall". Ach hab grad keine angefütterten Drosis, hier sind ja noch welche in nem alten Ansatz, Pulver hats grad keins nicht schlimm, UV Röhre ne brauch man ja nicht, steht ja überall, na 2° unter Solltemperatur, macht schon nix, nehm ich mal Wasser frisch aus dem Hahn das chlor macht schon nix, ach die Lüftung deck ich mal was ab, damit die LF höher wird...


Grüsse
Dirk


Man möge es kaum glauben, aber selbst zum vorausschauenden Fahren ist der Blick durch den Rückspiegel oftmals hilfreich
10.09.2010 13:40
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Rindviech
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Beitrag: #23
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Jupp ich denke auch, dass es eine Anhäufung vieler Kleinigkeiten sein kann, dass es beim einen Ausbricht und beim andern nicht. Das schwierige ist, diese Kleinigkeiten herauszubekommen. Dazu kommt noch genetisches Pech der Tiere. Ich denke dass 1 Tier mit genetischer Disposition ausreicht, damit alle anderen ein Problem bekommen, dieses Tier kann sehr viel Pilzmaterial produzieren. Wenn die Keime überhand nehmen kann sich auch das beste Immunsystem nicht mehr wehren.

Zu der Quarantäne:
Das Geleichgewicht von dem Du redest Knabber existiert in unseren Becken vermutlich eher nicht (ich verweise nochmal auf die Arbeit von Albert).
Allerdings ist es sicherlich auch falsch die Tiere in ein desinfiziertes Terrarium zu setzen und wir vergessen dabei auch die Belastungen der Luft in den Räumen. Wohnt man neben einer Schweinemast oder in der Stadt, dann werden die Tiere mit einer ganz anderen Anzahl von Mikroorganismen konfrontiert, kommen dann noch hohe Populationsdichten in der Quarantäne hinzu, dann haben wir schon wieder 2 begünstigende Faktoren.
Alles ausschliessen kann man sicher nicht - aber ich denke halt, dass das was bekannt ist sollte auch umgesetzt werden.
Das fängt bei einer ordentlichen Durchlüftung der Becken an, geht über eine ordentliche Beleuchtung, über grosszügig bemessene Behälter, Einrichtungsmaterialien, die Antimykotisch und Antibakteriell wirken - bis hin zu einer ordentlichen Ernhärung und niedrigen Populationsdichten. Aber! Auch dann kann man Pech haben, denn auf die genetische Disposition der Tiere haben wir nunmal wenig Einfluss.


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10.09.2010 14:13
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wefi
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Beitrag: #24
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo

Ich persönlich glaube, dass eine Laubschicht die auf einer Extensiverdeschicht liegt die beste Art der Bodendeckung ist, vorausgesetzt das Terrarium hat einen Bodenablauf. Vermutlich bildet er damit einen Lebensraum, in dem sich Springschwänze und Asseln und andere Lebewesen aufhalten, allenfalls auch antibiotisch wirkende Pilze wie sie in einem Kompost vorkommen und damit wahrscheinlich auch zu einem stabilerem Klima und einer eher niedrigeren schädlichen Keimbelastung führt.

Bisher habe ich mit dieser Methode die besten Erfahrungen gemacht, ich kann sie aber nicht belegen es ist lediglich meine Vermutung.

Mit freundlichen Grüssen Werni

10.09.2010 15:12
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Rindviech
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Beitrag: #25
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Was ist eine Extensiverdschicht?


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10.09.2010 15:23
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knabber0815
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Beitrag: #26
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Rindviech schrieb:
Was ist eine Extensiverdschicht?


sind keine Blumento - Pferde

Werni hat das mal hier im Forum beschrieben
http://www.dendrobatenforum.info/archive...15771.html


Man möge es kaum glauben, aber selbst zum vorausschauenden Fahren ist der Blick durch den Rückspiegel oftmals hilfreich
10.09.2010 15:35
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wefi
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Beitrag: #27
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo

Unter Extensiverde oder Intensivsubstrat werden Mischungen gehandelt die keinen oder nur einen ganz geringen Anteil an organischem Material haben. Sie bestehen zum Beispiel aus Blähton, Blähschiefer, Bims, Lava Ziegelschrot und ähnlichem. Man verwendet diese Mischungen für dünnschichtige Dachbegrünungen und zum verfüllen von Pflanzentrögen. Durch den nur geringen Anteil von organischem Material verschlammen sie nicht, sind sehr strukturstabil, haben eine gute Wasserspeicherung und zersetzen sich natürlich nicht. Ebenso haben sie eine gute Wasserdurchlässigkeit und die Oberfläche trocknet rasch ab. Das Pflanzenwachstum ist gut und übersteht in einer Substratschicht von ca. 5 - 7 cm problemlos auch eine Trockenzeit.
Ich habe Terrarien in Betrieb die seit über 10 Jahren funktionieren.

Mit freundlichen Grüssen Werni

10.09.2010 16:25
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Susi
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Beitrag: #28
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

"""Ich habe soeben deinen interessanten Beitrag mit der stark erwärmten Quarantäne gelesen, um damit Chytrid vorzubeugen.

Ich stelle mir aber noch folgende Fragen:
- wie kann ich wissen, dass die 29 – 32 Grad beim Frosch ankommen
- machst du in dieser Zeit eine Nachtabsenkung
- wie gut vertragen die Tiere diese “Stressbehandlung“
- haben die Frösche eine Wasserschale um sich abzukühlen
- Wie ist das Quarantänebecken im Detail eingerichtet

Ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Ausführungen oder auch links zu diesem Thema."""


Hallo Wefi,

ganz kurz, wie ich das mache:

ich habe einen relativ kleinen Kellerraum = leichter beheizbar. Im Keller sind inzwischen alle kleineren Becken wie Aufzuchts- oder Quarantänebecken (was eigentlich bei mir ein und dasselbe ist). Quarantänebecken stehen grundsätzlich ganz oben in einem Regal, die üblichen Temperaturen oben sind etwa um 25 - 28 Grad - je nach Jahreszeit.
Meine Quarantänebecken sind ebenfalls ziemlich klein - 20x30x25 - in diese Becken wird Blähton eingefüllt (immer der selbe, nach jedem Besatz abgekocht), 1- 2 cm Wasser, darauf feuchte Torfplatten, Xaximplatten oder was grad da ist. Plus ein paar Pflanzen und Rinde und Kokosnusshälfte. Unter das Terrarium kommt eine kleine Heizmatte - stückchenweise - 2 - 3 Tage - bis die 30 Grad erreicht sind - Wenn neben dem Versteck ein Thermometer liegt, das 30 Grad anzeigt, geh ich davon aus, das beim Frosch auch die Temperatur angekommen ist :-)
(ernsthaft - ich kann dir das nicht beantworten).
Wichtig ist imo permanente Feuchtigkeit (ohne Blähton besteht die Gefahr des zu schnellen Austrocknens!). Nachtabsenkung ja - ich hab aber auch die Wärmematte schon des nachts durchlaufen lassen.

Die Frösche vertragen diese Behandlung meiner Meinung nach ganz gut. Allerdings verstecken sie sich meistens und sind nur wenig agil. Selbst meine Mysteriosus vom Frühjahr haben ca. 3 Wochen bei 30 Grad unbeschadet überstanden. Aber ich glaube, es bringt nichts, Tiere in ein großes Becken zu setzen, wo nur oben wärmere Temperaturen sind - das Tier wird denen ausweichen.

Bei dem vorher erwähnten Vanzolini passierte mir ein Missgeschick - ich wollte natürlich nicht ein vermutlich hochgradig infiziertes Tier in meine Anlage nehmen und habe ihn in eines dieser kleinen Plastikbecken auf einer Wärmematte ins Schlafzimmer gestellt - kam aber nur auf 26 Grad, habe das Becken dann mit einer Decke umwickelt - und nicht gleich kontrolliert. Das Becken war für ca. 2 Stunden auf 38 Grad hochgeheizt - danach den Frosch, der ziemlich geduckt auf einer feuchten Torfplatte lag, mit lauwarmen Wasser benetzt - und er ist davongesprungen.

ACHTUNG: Das soll jetzt KEINE Anleitung dazu sein, wie man C vermeiden kann!!!!

Ich habe keine Lust, eine Klage am Hals zu haben, weil irgendwer meint, er müsse das nachmachen und argumentiert dann mit überhitzten und toten Fröschen!!

Wer so etwas macht, sollte sich ganz klar darüber sein, dass das ein ziemliches Risiko darstellt und ein kranker (oder auch gesunder) Frosch das nicht überstehen könnte! Ein neu erworbenes Tier wird bei mir alle 2 - 3 Stunden kontrolliert - ich habe die Möglichkeit, wer 8 Stunden ausser Haus arbeitet, hat das nicht!

EIN Erfahrungsbericht bringt überhaupt nichts - das kann sowohl mit Glück oder Zufall zu tun haben - aber 20 Erfahrungsberichte könnten uns vielleicht darauf hinweisen, welches die richtige Richtung wäre. Das ist es eigentlich, worauf ich hinaus will.

Nochwas - Christmann hat mir mehrmals gesagt, das in den Habitaten der Frösche (je nach Art natürlich) öfters mal Temperaturen um 30 Grad und mehr herrschen.

Divossen schreibt in der Reptilia Nr 68 über seinen Bericht vom Azureus, das (in Surinam) in der Trockenzeit die Temperaturen tagsüber bis auf 50° steigen können!

Mein letzter Kenntnisstand über C in der Natur ist, dass Tieflandarten weniger von C betroffen sind, als Hochlandarten - mag an UV, sonstwas oder aber auch an den Temperaturen liegen.

LG

Susi

10.09.2010 17:44
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wefi
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Beitrag: #29
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo Susi

Danke für deine Ergänzungen, für mich ist absolut klar, dass dies eine Variante ist um allenfalls damit Chytrid vorzubeugen. Eine Garantie gibt es bei lebenden Wesen nie.
Ich vermute, dass bei Temperaturen in den Biotopen bis zu 50° C, die Frösche sich an kühleren Orten aufhalten werden.

Mit freundlichen Grüssen Werni

10.09.2010 18:11
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Albert D.
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Beitrag: #30
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Habe mit großem Interesse die Beiträge durchgelesen und komme nicht umhin, die Ernährung der Frösche ins Spiel zu bringen.
Bekommen unsere PGF wirklich alle Spurenelemente und Mineralien, welche auch bioverfügbar sind?
Ich denke da an Calzium, Kalium, Natrium usw.
Können PGF CaCo² oder MgCo² wie in der Supplementierung vorhanden, überhaupt mit gelöster H²Co² bioverfügbar machen.
Haben Insekten mit enthaltenden Bikarbonaten da nicht einen entscheidenden Vorteil, ich denke an Wiesenplankton.
(Kam auch der Aquarianer in mir durch)

Ich sehe da auch Angriffspunkte des Chytridpilzes auf die Hautoberfläche, zumal wir fast nur enkalktes Wasser zur Beregnung verwenden.
Die Froschhaut nimmt ja auch permanent Mineralien und Spuren durch die vorhandene Feuchtigkeit auf.
Das Regenwasser frei von gelösten Mineralien und Spuren ist,
davon sollten wir uns auch verabschieden.
Mess mit meinem Fotometer ganz anderes. Vom Max Planck Institut las ich Arbeiten von Aerosolen in den amerik. Tropen welche neben Pilzsporen und Bakterien auch ordentlich Mineralien enthält, welche durch Regen zur Erde transportiert werden. Auf Atlantik-Wetterseite Süd/Mittelamerikas wird ein Transport aus Afrika durch die Luft als lebenswichtig der Regenwälder angesehen.

Bei meinen Recherchen zur mikrobiol. Vielfalt in meinen Terris stieß ich unter anderen auf diesen Beitrag vom Oktober 2009.

http://www.n-tv.de/wissen/Froesche-erlei...62932.html

Mit den Hinweis von Susi, auch Substrat aus dem Verkäuferbecken zu erwerben, kann ich mich sehr gut anfreunden.
Ich frage mich immer bei Quarantäne von mehreren Wochen, wie es um die Magen und Darmflora der Tiere nach einer bestimmten Zeit aussieht.

10.09.2010 20:12
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