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Morph und Zucht bei Pumis
Frikadelle
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Beitrag: #11
RE: Morph und Zucht bei Pumis

Hallo Andreas,
vielen Dank für deinen Beitrag!!!!
Ich sauge solche Infos in mich auf!
Wie meinst du das mit den Pigmenten?
Wenn er jetzt grün ist, hat er ja viele eingelagert.
Aber ich glaube auch nicht, dass das Blau an der Ernährung lag damals. Ich hatte ja eine Menge NZ, die alle das selbe Futter bekommen haben. Es war ja nur der eine blau.
Die letzten Monate hatte ich noch 2 NZ die bläulich waren.
Eine habe ich abgegeben und das andere Tier behalte ich wieder.
Alle 3 sind vom selben Pärchen und es sind alles Männchen.
LG Christina

21.11.2019 18:34
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AndreasZlg
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Beitrag: #12
RE: Morph und Zucht bei Pumis

Hi Christina,

beim Frosch entwickeln sich die Eier zeitlich (kurz) nacheinander, werden halt gleichzeitig als Gelege extern befruchtet. Ich kann mir gut vorstellen dass auch bei der *Nähreiproduktion*(edit) im Weibchen einfach Nährstoffe, wie zum Beispiel Pigmente, ausgehen können. Wenn die restlichen Jungtiere grün gefärbt sind, könnten die die nötige Dosis Pigmente abbekommen haben. Darauf folgende Eier sind dann vielleicht unterversorgt gewesen. Deswegen meine Idee mit den Pigmenten. Ausserdem geht es hauptsächlich um essentielle Karotinoide, die Frösche (allgemein Wirbeltiere und auch Wirbellose) nicht synthetisieren können. Während der Embryonalentwicklung im Embryo gebildete Pteridine machen Frösche auch Gelb, was wahrscheinlich die gelben Beinchen beim bläulichen Jungfrosch vom Anfangsfoto erklärt. Aber die findet man halt wieder hauptsächlich in einer anderen Zellart, nämlich den Xanthophoren, während die Karotinoide hautpsächlich in Erythrophoren angereichert werden. Und all diese Chromatophoren müssen ja nicht gleichermaßen über den Körper verteilt sein...
Gene könnten eine Rolle spielen, aber das glaube ich grad irgendwie nicht. Denn die Pigmentzellen bilden sich schon beim Embryo ganz am Anfang der Entwicklung, und nicht erst beim Jungfrosch. Deshalb würde ich hier eine "verzögerte" Genexpression ausschließen wollen. Aber ich kann mich da auch irren, arbeite mich selbst gerade erst in das Thema ein.

Am einfachsten ist es, die Ernährung pigmentreicher zu gestalten (Gut-Loading bei allen Futtertieren!), sollten dann noch blaue Tiere regelmäßig auftreten dann ist es doch eher was anderes.

Grüße
Andreas

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.11.2019 12:14 von AndreasZlg.

21.11.2019 21:54
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wahoo
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RE: Morph und Zucht bei Pumis

Hallo Andreas,
die Entwicklung von (Wirbel)-Tieren aus einer befruchteten Eizelle funktioniert anders als von dir angedeutet.
Vereinfacht beschrieben differenzieren sich die Zellen in Laufe der Zellteilung währen der Entwicklung immer weiter hin zu ihrer endgültigen "Bestimmung". Die eine Zelle wird denn Leberzelle die andere wird zum Teil der Epidermis. Das geschieht durch selektives An- und Ausschalten von Genen. Auch die Funktion der Zellen in ihrer endgültige Ausprägung, wird durch die Nutzung der dafür vorhandenen Gene gesteuert. Obwohl jede Zelle einen kompletten Gensatz in ihrem Zellkern hat, werden z.B. die Gene für die Exprimierungvon "Farbpigmenten" nur in den Hautzellen angeschaltet und nicht in der Leber.
Die Weitergabe von Farbpigmenten in die befruchtete Eizelle durch die Mutter spielt keine Rolle. So etwas funktioniert, wenn überhaupt, nur bei vegetativer Vermehrung z.B. bei einzelligen Lebewesen.

LG
Christian

22.11.2019 10:05
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Frikadelle
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Beitrag: #14
RE: Morph und Zucht bei Pumis

Moin,
endlich mal wieder was spannendes hier.
Ich loade wirklich gut.
Immer.....im Frühsommer und Sommer gibts auch oft Läuse aus dem Garten.
Ich schnall zwar nicht ganz alles was ihr da diskutiert, aber man kann ja googeln.
Danke!
Gruß
Christina

22.11.2019 10:19
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AndreasZlg
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Beitrag: #15
RE: Morph und Zucht bei Pumis

Hi Christian,

ja vielen Dank für den Input. Das ist sehr spannend. Wichtig ist, dass ich die Weitergabe der Pigmente mit dem Ei im Bezug auf Oophagie argumentieren wollte. Habe ich in dem anderen Beitrag ziemlich blöd geschrieben und da wird das nicht klar.

Wie gesagt, arbeite mich gerade in das Thema ein, werde aber genauer in Richtung "verspätete" Zelldifferenzierung schauen, da ich das auch total interessant finde Smile

Grüße
Andreas

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.11.2019 11:53 von AndreasZlg.

22.11.2019 11:40
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wahoo
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Beitrag: #16
RE: Morph und Zucht bei Pumis

Vielleicht schaust Du Dir zu dem Thema mal das Büchlein von Mark Ptashne: "Genregulation: Der biologische Schalter bei Phage λ" an. Das ist einer der Klassiker in dem ein einfacher genetischer Schalter beschrieben ist. Im Prinzip geht es nämlich fast immer darum welche Gene gerade angeschaltet sind und welche nicht. Mit dem Buch kriegt man ein ganz gutes Gefühl und vieleicht auch Verständnis dafür wie Gene im Prinzip funktionieren. Hier ist ein simpler Schalter bei einem Phagen beschrieben (ein Phage ist ein Virus der Bakterien befällt, bei λ ist es E.coli).
Je mehr Gene dann an einer Entwicklung eines mehrzelligen Embryo's bzw. bei der Ausprägung eines Merkmals beteiligt sind um so komplexer wird es... :-)
LG
Christian

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.11.2019 12:45 von wahoo.

22.11.2019 12:41
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